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W:O:A 2008

Auch dieses Jahr nahm ich am größten Metalfestival in Wacken teil. Glücklicherweise hatte ich meine Karte schon zeitig bestellt, denn ab März war das Konzert bereits ausverkauft. Die Absprache mit all den anderen Leuten, mit denen wir in den Vorjahren dort gewesen waren, klappte dieses Jahr nur schleppend. Ein Großteil hatte keine Karten mehr bekommen oder musste arbeiten. Somit machte ich mich ersteinmal alleine auf den Weg. Am vergangenen Montag kaufte ich einen Campingtisch, ein Pavillion, einen Grill, Kohle und ein wenig Kleinkrams. Die übrigen Dinge (Kleider, Waschzeug, Zelt, Isomatte, Panzertape, etc.) hatte ich bereits am Sonntag ins Auto geladen. Um 12:15 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Bremen. Zwischenzeitig musste ich noch tanken und bekam die aktuellen Benzinpreise zu spüren.
Die Fahrt dauerte nicht so lange wie befürchtet. Zwar gab es einige Baustellen und hin und wieder stockenden Verkehr, jedoch war ich um 17:15 Uhr in Bremen angekommen. Dort traf ich mich mit einer Freundin, mit welcher ich auch im Vorjahr bereits zusammen zum Festival gefahren bin. Wir fuhren zusammen in Bremen einkaufen, um die essentiellen Dinge wie Bier, Fleisch und (Dinkel-)Brot zu beschaffen. Im Anschluss wurde das Auto vollgeladen, so dass wir für Dienstag früh startklar waren. Am Abend gab es noch einen leckeren Salat und einen halbtrockenen Spätburgunder auf dem Balkon, bevor wir noch einige Stunden schliefen.

Am Dienstag Morgen ging es dann los. Nachdem wir Bier gekauft hatten (was wir am Vortag dann doch nicht mehr erledigten) düsten wir gen Norden los. Auch hier kamen wir unerwartet zügig voran - allerdings waren wir dieses Jahr auch einen Tag früher. Offizieller Anreisetermin wäre eigentlich der Mittwoch gewesen. Nichtstestotrotz fuhren wir nur etwas zeitiger. Etwa 30 km vor Itzehoe rief mich Marco an, der sich erkundigen wollte, ob wir dieses Jahr auch kämen. Wie es der Zufall so will, stand er bereits in Itzehoe am Einkaufszentrum, so dass wir uns spontan 20 Minuten später dort verabredeten. Nun war unsere Truppe schon auf 4 KFz angewachsen. So fuhren wir dann in Wacken ein - ohne Stau (im Vorjahr benötigten wir für die letzten 5 Kilometer ca. 8 Stunden!). Ohne große Wartezeit fuhren wir auf den Campingground auf, wo uns Stewards durchwinkten. Dummerweise jedoch wurden alle KFz zu diesem Zeitpunkt auf Campingground D gewunken. Dort war es gleich massivst voll und an Zeltaufbau oder gar Pavillion war nicht zu denken. Die Stewards ließen nicht mit sich reden und so blieben wir ersteinmal dort stehen. Wir wollten wie in den Vorjahren auf unseren angestammten Platz auf "H". Dieser Bereich war allerdings noch nicht freigegeben. Also gingen wir ersteinmal zur Wristband-Ausgabe und drehten eine Runde über den Platz. Wir schauten uns bei "H" um und beschlossen 3 Leute zum Platzreservieren da stehen zu lassen und mit den Fahrern wieder zurück zu den Autos zu marschieren, um über die Pläne von "D" nach "H" zu fahren. Wie befürchtet waren wir, zurück an den Autos, VÖLLIGST eingeparkt und mit Zelten umbaut. Nach einigem Verhandeln und viel Diplomatie gelang es uns, eine kleine Gasse freizumachen, durch die wir mit unseren 4 Fahrzeugen vom Platz "D" herunterfahren konnten. Nachdem die meisten Stewards an den außenliegenden Zufahrtsstraßen standen und nur wenige auf dem Gelände selbst, war es ein Leichtes, über die Plätze nach "H" zu kommen und dort ein kleines Areal in Beschlag zu nehmen. Wir waren dort die ersten, die ihr KFz mitführten und der Platz war fast komplett frei. Also schnell die Autos im Carrée aufgestellt und die Pavillions mitten reingebaut. Als nächstes die eigenen Zelte drumherum. Wir hielten auch noch Platz frei für all die vielen Leute, die sich aus der Bekanntschaft für die nächsten Tage angekündigt hatten. Ersteinmal war nun alles gut: Der Himmel war blau, die Sonne war am Untergehen, die Pavillions und Zelte standen, Tische und Stühle standen, der Grill wurde angefeuert und das Bier floß - der Abend wurde gut. :-)

Am Mittwoch Morgen (dem offizielle Anreisetag) waren die meisten Campingplätze bereits mehr als voll. Bei den Duschen gab es teils technische Probleme, so dass wir erst nach ca. fünfstündigem herumspazieren eine funktionierende Dusche fanden (bei der man nicht noch 2h anstehen musste). Vor dem Duschcamp trafen wir überraschend Maren und Alex, welche wir aus den Vorjahren kannten. Wie sich herausstellte, hatten sie ihre Zelte direkt hinter unserem Camp aufgeschlagen. :-)

Als wir vom Duschen zurückkamen, waren die bereits angekündigten Freunde von Beate (einer Freundin des Onkels meiner Begleiterin) eingetroffen. Sie waren im Schnitt ca. 10 Jahre älter als wir. Insgesamt waren sie recht umgänglich bis auf eine Ausnahme. Einer von ihnen stellte sich als sozial absolut unverträglich heraus, was sich bereits wenige Minuten nach deren Eintreffen abzeichnete. Nicht nur, dass er eine unmögliche Art an den Tag legte, er gab sich arrogant, vorlaut, rechthaberisch, streitsüchtig und zeigte insgesamt kein durchschnittliches Maß an Intellekt. Wie wir später erfuhren, sei sein Verhalten eine Ausnahmesituation gewesen, die auf privaten Tiefschlägen begründet sei. Das kann ich mir persönlich nicht vorstellen. Meiner Meinung nach ist er einfach wie er ist. Von seinen Freunden wurde sein Verhalten zwar auch deutlichst kristisert, jedoch letzten Endes geduldet. Sie stellten ihren Doppelpavillion an unseren heran, tauschten unsere Stereoanlage durch die Ihre aus und man hatte den Eindruck, dass sie das Kommando übernehmen wollten. Nunja, wir hatten ja noch unseren Generator, Kühlschrank und die Tische. Während ich mindestens zwei der älteren Gruppe mied, da ich schon direkt merkte dass ich mit den Beiden absolut nichts anfangen könnte und es eher Stress geben würde, ging meine Freundin eher (wenngleich auch nicht offensiv) auf Konfrontation, was sie auch konsequent über die Tage hinweg durchzog. :-)
Mit dem Großteil der Gruppe konnte man durchaus vernünftig reden und trinken, was ich auch tat. Dies ging allerdings nur, solange der antisoziale Anteil nicht anwesend war.

Mittwoch Abend schlenderten wir dann eine Runde über den Platz und sahen uns die Stände mit Klamotten, Trinkhörnern und anderem Metalzubehör an. Wieder im Camp zurück richtete meine Freundin sehr leckere Grillhäppchen an. Sie hatte am Montag Abend noch Kräuterbutter selbst gemacht. Diese verteilte sie nun auf Champignons und Paprikastreifen, legte Käse darüber, wickelte die Schmankerln jeweils in Speck ein und umwickelte sie mit Alufolie, so dass sie auf den Grill konnten. Das wurden wahre Köstlichkeiten. Speck sollte es dann auch jeden weiteren Tag zum Frühstück geben. :-)

Am Donnerstag trafen dann auch Matthias und Karen ein, was der Stimmung im Camp deutlich positiv zuträglich war. Am Abend wollte ich zwar "Alestorm" sehen, jedoch standen "Iron Maiden" auf dem Programm und das Durchkommen auf dem Festivalground war daher deutlichst erschwert. Somit verzichtete ich auf Alestorm und wir postierten und relativ vorne, um Iron Maiden gut sehen zu können. Nach und nach wurde der Platz um uns herum jedoch immer weniger, bis wir fast erdrückt wurden. Es wurde zunehmend ungemütlicher, sodass wir uns entschlossen, nach hinten auszuweichen und uns ein etwas freieres Plätzchen zu suchen. Der Rückzug war auch nicht gerade einfach. Nur rückwärts und mit Ellebogen kamen wir geradeso aus dem Tumult heraus. Einige Zeit später, als wir dann deutlich weiter hinten standen eskalierte die Situation weiter vorne. Ein etwas älterer kräftiger Mann stürmte mit blutig geschlagener Nase aus der Meute heraus nach hinten, gefolgt von weiteren hyperventilierenden Menschen, die berichteten, dass es vorne einfach nicht mehr erträglich gewesen sein. Viel zu viele Menschen auf viel zu wenig Raum. Nichtsdestotrotz haben Iron Maiden eine gute Show gemacht und tolle Songs zum Besten gegeben. Die Show wurde auch auf sämtlichen Videowalls auf dem Gelände übertragen. Nach den Songs der Kult-Metaller zogen wir wieder zu unserem Camp, wo wir uns ganz obligat wieder dem Fleisch und Bier hingaben.

Der Freitag begann mit leckerem Speckfrühstück. Am frühen Mittag fuhren wir zu Matthias und Karen nach Hause, um dort ausgiebigst zu duschen und auch noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Den Campingground mit dem KFz zu verlassen, war gar nicht so einfach. Eigentlich hätten wir direkt am oberen Zipfel von unserem Platz "H" raus auf die Strasse fahren können. Die Stewards ließen uns dort jedoch nicht rausfahren, weil dort in diesem Jahr erstmalig eine Einbahnstraßenregelung eingeführt worden war. Somit mussten wir quer über den Platz zur Haupteinfahrt. Dort durften wir allerdings auch nicht raus und wurden an den Ausgang am unteren Ende verwiesen, wozu wir durch die belebteste Passage des ganzen Campinggrounds fahren mussten. Völliger Schwachsinn! Nach langem Herumgegurke waren wir dann irgendwann endlich untem vom Platz und fuhren Richtung Kremperheide. Nach völligst entspanntem Duschen und einem kühlen Bier im Garten fuhren wir noch Einkaufen: Dinkelbrot, Wasser, Saft, Schinken und Sherry.
Zurück beim Festival sahen wir Ensiferum, Sonata Arctica und Avantasia. Alle drei Acts waren spitze. :-)

Am Samstag sahen wir uns Nightwish an. Im direkten Vergleich zu dem vorigen Auftritt in Wacken mit Tarja Turunen als Sängerin, mussten wir leider feststellen, dass der Auftritt dieses Jahr bei weitem nicht so gut war. Der Gesang ging teils unter und die neue Sängering scheint mir insgesamt nicht die nötige Stimmgewalt zu haben. Klar singt sie gut, jedoch bleibt sie im Vergleich zu Tarja auf der Strecke. Nach Nightwish gingen wir wieder ins Camp. Ich hatte nicht vor, zu Lordi noch einmal runter zu laufen und wollte sie vom Camp aus hören. Dies liess sich jedoch nicht wirklich bewerkstelligen, da die "Anderen" mal wieder Böse Onkelz in ohrenbetäubender Lautstärke hörten, so dass selbst der Sound der Mainstages in unserem Camp übertönt wurde. 30 Jahre konnte ich mich den Onkelz verwehren, weil ich deren Musik weniger als mittelmäßig finde und fatalerweise kenne ich jetzt sogar die Texte der 5 Songs, die mir immer wieder vorgedudelt wurden. Einsichtigkeit in Hinblick auf Lautstärkenverringerung oder wenigstens einmal ein paar anderen Songs konnten wir nicht erwarten. Nach einigem Hin und Her wurde mir die Situation dann zu dämlich und ich legte mich in mein Zelt zum schlafen. Hier konnte ich wenigstens aus der Ferne ein paar Minuten "Hard Rock Hallalujah" lauschen.

Am Sonntag war zeitiges Aufstehen angesagt, da wir pünklichst vom Platz wollten, um nicht wieder wie in den Vorjahren 3h vom Campingground herunter zu brauchen. Das klappte auch ganz gut. Schnell waren die Pavillions zusammengepackt, die Zelte abgebaut und unser Hausrat im Auto verstaut. Gegen 9 Uhr fuhren wir vom Platz Richtung Kremperheide. Dort frühstückten wir ausgiebigst bei Matthias und Karen bevor wir weiter nach Bremen fuhren. Dort packten wir viel Kram in den Keller meiner Freundin, so dass mein Auto wieder viel übersichtlicher wurde. Nach einem Kaffe machte ich mich dann endgültig wieder gen Heimat auf, wo ich nach unendlichen Staus und endgradig genervt gegen 22 Uhr eintraf. Nach dem Ausladen des Autos lies ich ersteinmal die Waschmaschine mit all den schwarz-braunen Klamotten laufen.

Ich könnte noch ewig weiterschreiben, jedoch würde das wohl keiner lesen wollen. So viele Dinge sind noch zu berichten:
- Sie war 40 und er 19...
- Die Gurke im Vorjahr war berechtigt!
- Wir haben nix gemacht, nix mit rumknutschen...
- Bockwurst macht Bauchweh
- Sauft, ich Fichten!
- Dinkel(-brot)
- Biääääähhr
- Alter, Deine Mutter...!
- "Ketten und Leder" bzw. "nur die Besten sterben jung"
- Wer ist hier eigentlich mit wem und wie liiert?

Bilder der Veranstaltung finden sich wie gewohnt im Fotoalbum.

Das WOA 2008 in den Medien findet ihr hier.


Kategorien: Musik | 0 Kommentare | TOP_EXITS (3053)
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Zuletzt bearbeitet am 07.08.2008 19:53

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